Tango

Seit meinen Sprühaktionen bin ich eigentlich ständig auf der Suche nach Inspiration für neue Schablonen und Motive. Und da ich nunmal seit 9 Jahren tanze, war das Thema Tanz irgendwie lange überfällig. Ich fand die Schablone ganz gut gelungen, also habe ich mir zur Umsetzung eine Leinwand geschnappt, damit das Endergebnis sich auch entsprechend sehen lassen kann. Format 30×40 cm.

99fire-Films Festival

99 Stunden hatten wir Zeit, 99 Stunden haben wir geschwitzt, gebrainstormt, gedreht und geschnitten und das ist unser Ergebnis zum diesjährigen Thema Put A Smile On You Face.

Leider konnten wir nicht abräumen, aber für den dritten Platz beim Publikumsvoting des 99fire-Films Awards hat es immerhin gereicht. Danke nochmal an die fantastische Sarah Storck für ihre unsagbare Geduld und ihr Durchhaltevermögen.

Rauch

Ich hab mich mal endlich wieder an was Gesprühtes getraut. Diesmal ein Foto von Kate Moss verarbeitet; natürlich eins von damals, als sie noch geraucht hat.

Nachdem die ersten Tests auf Graukarton in Postkartengröße recht gut gefielen, habe ich das ganze Szenario nochmal in größer wiederholt und durfte es auf die Schranktür eines Freundes sprühen. Irgendwie ganz kuhl geworden. Fand er zum Glück auch.

rauchen-schrank

MerkenMerken

Musik l(i)eben

Eins der tollsten Uni-Projekte (bisher): Eine Doku über die Bielefelder Musikszene mit Schwerpunkt auf der Frage ob und wenn ja wie gut man in Bielefeld vom Musik machen leben kann. Über ein halbes Jahr haben wir dazu recherchiert, gedreht und zu guter Letzt geschnitten. Das Prinzip war dabei ein bisschen Trail & Error: Erstmal möglichst viel Material sammeln (Interviews, Aufnahmen bei Konzerten etc.) und dann schauen, wie sich daraus ein Handlungsstrang für den Film erzeugen lässt.

Vorgestellt wurde das Endergebnis gestern bei der Premiere im Forum, das zu diesem Anlass rappelvoll war. So voll, dass wir sogar einen zweiten Vorstellungstermin ansetzen mussten. Mit einem Teaser und einem Trailer wurde die Premiere im Vorfeld beworben.

Teaser

‚Musik l(i)eben‘ ist ein No-Budget-Dokumentarfilm über die Musikszene Bielefelds. In dem Film kommen Bielefelder Musiker wie Jochen Vahle, Jörn Brömelmeyer, Kristin Shey, Henrik Wächter, Lutz Schülke, Paul Keller und Frank ‚Franqee‘ Böhle zu Wort und plaudern aus dem musikalischen Nähkästchen über die hiesige Musikszene. Dazu gibt es Musik zu hören und zu sehen von ‚The Von Duesz‘, ‚Randale‘, ‚Blindtext‘, ‚Soulkiss‘ und weiteren Bielefelder Bands.

Trailer

Eyes Wide Shut

Passend zur Lektüre der Traumnovelle habe ich nun die Verfilmung von Stanley Kubrick gesehen. In den Hauptrollen: Nicole Kidman und Tom Cruise. Und auch wenn ich Tom Cruise überhaupt nicht leiden kann, mag ich den Film.

Ich finde Kubricks Interpretation von Schnitzlers Traumnovelle sehr gelungen. Kubrick setzt die literarische Vorlage nahezu perfekt um. Der Film ist unterhaltsam, provozierend und doch sehr ästhetisch umgesetzt. Nicole Kidman in der Rolle der Alice wird besonders durch passende Lichtführung und Perspektive oftmals erotisch in Szene gesetzt, doch wirkt dabei nie anstößig, sondern immer unglaublich schön und voller unentdeckter Leidenschaften.

Generell ist die Verfilmung in weiten Teilen erstaunlich nah an der Textvorlage. Zwar adaptiert Kubrick das Geschehen in die moderne Zeit des New Yorks der 1990er (vielleicht tut er das, um die Problematik der Werktreue z. B. bei den Dialogen zu umgehen), doch trotzdem schafft es Kubrick, Schnitzlers Textvorlage nahezu eins zu eins zu übernehmen. Allerdings hatte Kubrick auch eine ganz eigene Idee der Traumnovelle. Er schafft einen eigenen Rahmen des gesamten Handlungsstrangs, in dem er eine bei Schnitzler nicht auftauchende Figur einführt: Den bösen Viktor. Dieser spielt auf dem anfänglichen Ball die Rolle des Gastgebers, welcher sich durch ein Tête-à-tête mit einer jungen, nackten Frau in seinem Badezimmer in Schwierigkeiten bringt, da diese offensichtlich den Drogencocktail nicht verträgt. Fridolin wird als Arzt um Hilfe gerufen und rettet der schönen Frau das Leben. Außerdem bittet ihn Viktor um Diskretion, da er verheiratet ist. Im weiteren Verlauf der Geschichte taucht die Figur des Viktor weiter auf, er war ebenfalls Teilnehmer des geheimnisvollen Maskenballs, genauso wie anscheinend die junge Frau. Kubrick schafft auf diese Weise eine Erklärung, warum plötzlich eine der Frauen beim Maskenball das Wort ergreift und sich für Fridolin opfert. Immerhin rettete Fridolin ihr zuvor das Leben…

Auffallend ist, dass das Wort ficken in der Verfilmung erstaunlich oft verwendet wird, auch dies ist eine Interpretation Kubricks und hat rein gar nichts mit der Textvorlage zu tun. In anderen Teilen ähneln oder gleichen sich Film und Buch. So ist z. B. die Maskenballszene haargenau übernommen worden (inklusive der musikalischen Untermalung), die auch Schnitzler bereits detailgetreu beschreibt.

Sehenswert.

Traumnovelle

© Marlies Schwarzin / pixelio.de

Für die Uni musste ich Arthur Schnitzerls Traumnovelle lesen und meinen Leseeindruck formulieren. Da ich das Buch innerhalb eines Nachmittags geradezu verschlungen habe, will ich das hier auch festhalten. Quasi als dringende Leseempfehlung, wenn man so will.

Obwohl Schnitzlers Traumnovelle nur rund 90 Seiten umfasst, ist sie trotzdem eine spannende, facettenreiche Erzählung, die ich kaum aus der Hand zu legen vermochte. Schnitzler formuliert zumeist detailgetreu die Geschehnisse und die inneren Empfindungen der Protagonisten und schafft ein herausragendes Leseerlebnis über die Gebundenheit der Gedanken und Bedürfnisse an eine gewisse Moral (innerhalb der Institution Ehe).

Die beiden Protagonisten, Albertine und Fridolin, führen zu Beginn der Erzählung ein recht harmonisches Eheleben zusammen mit ihrer 6-jährigen Tochter. Die Harmonie gerät ins Wanken, nachdem sie zusammen auf einem Maskenball waren, bei welchem sie mit anderen flirteten. Im Anschluss an diesen Abend erleben sie eine heiße Liebesnacht miteinander. Dieses Erlebnis stürzt beide in eine Krise und der Beginn dieser Krise brachte mich bereits zum Nachdenken über die Vorstellungen von Moral und (Un-)Treue:

Können Fantasien und Träume verwerflich oder unmoralisch sein, solange sie bloße Fiktion bleiben? In Albertines und Fridolins Fall können beide nicht mit den Fantasien des jeweils anderen umgehen und versuchen den Konflikt zu lösen, indem sie sich vornehmen, sich von nun an alles zu erzählen. Der weitere Verlauf ist nicht weiter verwunderlich: Durch das Wissen um die Träume des anderen, wird die Krise nicht besser, sondern verschlimmert sich zusehends.

Besonders Fridolin kann als Ehemann nur kaum verkraften, dass seine Frau erotische Fantasien mit anderen Männern hat und diese Tatsache offen zugibt, wenngleich sie ihm klarmacht, dass sie sich ihm näher fühlt, als je zuvor. Fridolin ist eifersüchtig und gönnt seiner Frau ihre Träume nicht, obwohl er mit den gleichen Empfindungen zu kämpfen hat. Ein typisch männliches Problem, könnte man finden. Auch Fridolins Reaktion auf seine Eifersucht, nämlich der Plan, nun tatsächlich fremd zu gehen um sich an seiner Frau zu rächen ist wohl eine Reaktion verletzter männlicher Eitelkeit.

Der Plan schlägt zwar fehl, aber Fridolin wird Teil eines skurrilen Maskenballs: Ein furioses und groteskes, erotisches Abenteuer. Dieser Abschnitt der Novelle wird von Schnitzler besonders detailgetreu – geradezu detailverliebt – beschrieben, wodurch ich als Leser das Gefühl hatte, Teil der Handlung zu werden. Ich konnte die nächtliche Odyssee nicht nur von außen beobachten, sondern die erotische Spannung des Balls geradezu spüren. Im Vergleich zu den vorigen und nachfolgenden Passagen wurde mir besonders der Unterschied zwischen dem bürgerlichen, spießigen Leben und erotischer Leidenschaft deutlich, welcher vermutlich auch von Schnitzler beabsichtigt war. Auf mich wirkten die Erlebnisse und Geschehnisse der Nacht die ganze Zeit über wie ein Wechselspiel zwischen Traum und Realität, manchmal war nicht deutlich erkennbar, was bloßer Wunsch bleibt, und was real wird. Vermutlich nicht zuletzt untermauert zum einen durch den Titel Traumnovelle sowie durch die Tatsache, dass die Novelle mit einer Gut-Nacht-Geschichte startet und mit einem neuen Morgen beginnt.

„… und daß jede dieser Unverhüllten doch ein Geheimnis blieb und aus den schwarzen Masken als unlöslichste Rätsel große Augen zu ihm herüberstrahlten, das wandelte ihm die unsägliche Lust des Schauens in eine fast unerträgliche Qual des Verlangens.“

 

Das Ende der Novelle, bei welchem sich die Ehepartner von nun an traumlos nah sind, fand ich enttäuschend: Ich erwartete eigentlich eine harte Kritik an der Institution Ehe mit ihren Einschränkungen von Träumen und Wünschen, welche nunmal jeder – auch verheiratete – Mensch hat. Eine Trennung als logische und ehrliche Konsequenz der Krise hätte mir persönlich besser gefallen, da es fraglich bleibt, ob die beiden emotional je wieder zu einem erfüllenden Eheleben zurückkehren können. Das Ende wirkte auf mich jedoch auch wie eine Art Rollentausch, welcher mir gut gefiel: Es scheint als habe Albertine daraus gelernt, dass es manchmal nicht gut ausgeht, wenn man sich alles erzählt und so erwartet sie von ihrem Ehemann ein Schweigen. Vielleicht aus der Gewissheit heraus, dass es sie ohnehin zu sehr verletzen würde, seine Wahrheit zu hören? Alles in allem hätte ich mir einen Ausgang gewünscht, bei welchem die Ehepartner die Bedürfnisse und Fantasien des anderen schlichtweg akzeptieren und trotzdem miteinander zufrieden sind. Jeder ist in seinen Gedanken frei und mit diesem Wissen sollte man auch seinem Partner zumindest diese Freiheit bewahren – Ehe hin oder her!

Das erste Mal

Ein guter Freund künstlert in seiner Freizeit gerne mit Sprühfarben und Schablonen herum – Stencil nennen das die Profis – und ich habe mich in einer kreativen Nacht mal ein bisschen in die Geheimnisse einweihen lassen. Eigentlich total einfach: Foto als Vorlage nehmen, auf so viele Farben wie im Endergebnis gewünscht sind reduzieren und dann einzeln ausdrucken und mit einem Cutter ausschneiden.

Naja, ganz so einfach ist es natürlich nicht und dieses erste doch eher steigerungsfähige Ergebnis hat mich unzählige Stunden gekostet, weil man doch ein wenig Übung bei all den Schritten braucht.

Trotzdem herrlich entspannend, besonders das Schneiden und der anschließende Geruch nach Sprühfarbe. Ja, das riecht nach einem neuen Hobby für mich.

Das gute Stück ist übrigens 20×20 cm groß und auf Tonkarton verewigt. Obwohl man die Schablonen beliebig oft sprühen könnte, habe ich mich für eine Auflage von 1 entschieden. Ist ja schließlich mein aller erstes, das soll etwas Besonderes bleiben…

Camera Obscura Workshop

Das war eine tolle Seminarwoche in Scheersberg, in der ich aus dem Labor kaum rausgegangen bin. Es ist einfach zu spannend zu sehen, wie auf dem unscheinbaren Stück Papier mit etwas Chemie langsam ein Bild entsteht. Und zu wichtig ist auch der richtige Moment, es wieder rauszunehmen, damit das Bild so wird, wie man es sich vorstellt. Noch dazu haben wir natürlich nicht nur analog fotografiert, sondern zuvor (wie der Titel verrät) eine Camera Obscura selbst gebaut. Und mit dieser sind obige Fotos entstanden. Hach, ich bin immer noch hin und weg von der inspirierenden Woche.

Weiterlesen „Camera Obscura Workshop“