Shame

Ein Film über einen Sexsüchtigen. Hätte ich mir eigentlich denken können, dass das anstrengend wird. Portraitiert wird der sexsüchtige Brandon aus New York (gespielt von Michael Fassbender), der sowohl seine Tage als auch Nächte nahezu ausschließlich der Befriedigung seiner zwanghaften Triebe opfert…

Ein Film über einen Sexsüchtigen. Hätte ich mir eigentlich denken können, dass das anstrengend wird. Portraitiert wird der sexsüchtige Brandon aus New York (gespielt von Michael Fassbender), der sowohl seine Tage als auch Nächte nahezu ausschließlich der Befriedigung seiner zwanghaften Triebe opfert. Wildes Vögeln im Club oder Hotelzimmer, Masturbation auf der Bürotoilette, Konsum von Pornos und Webcam-Mäuschen auf dem heimischen Sofa. Anstrengend anzuschauen, weil ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wohin das alles denn nun handlungsmäßig eigentlich führt. Aber es bleibt bis zuletzt beim Potpourri abstruser und distanzierter Triebhaftigkeit.

Das klingt jetzt erstmal wie ein stumpfer Porno, ist es aber irgendwie nicht, weil Fassbender seine Rolle so super spielt, dass schnell die Verzweiflung und Scham und unfassbare emotionale Kälte klar wird, unter welcher Brandon offensichtlich leidet. Die diversen Sexszenen sind filmisch äußerst ästhetisch umgesetzt – das kann man nicht bestreiten – dennoch steht stets der Zwang im Vordergrund. Und das ist dann eben so überhaupt gar nicht mehr erotisch.

Der Film ist ganz klar nichts für zart Besaitete, ich würde ihn vermutlich nicht mal überhaupt weiter empfehlen, aber ein Erlebnis ist er trotzdem. Einerseits durch das grandiose Schauspiel von Michael Fassbender (der da auch diverse Preise für bekommen hat) und andererseits gefiel mir die extrem wertfreie Darstellung. Der Film moralisiert nicht, er stellt lediglich fest. Das mag ich.

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