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Sehnsucht (Komödie)

Ich war heute in dem neuen Theater am Klosterplatz, da wo früher mal die Kamera war. Das heißt nun seit einer Weile »Komödie« und der Name ist Programm: Es werden lustige Stücke aufgeführt. Netterweise gibt es auch immer die Möglichkeit, sich für nur 5€ die Generalprobe reinzuziehen.

Das heutige Generalproben-Stück heißt Sehnsucht und spielt im Wartezimmer einer Frauenarztpraxis, deren Frauenarzt man kein einziges Mal zu sehen bekommt. Hauptdarstellerin ist die pubertierende, übergewichtige SchulPraktikantin am Empfang, die mit Jugendsprache um sich wirft – »Nice!« – und trotz ihrer burschikosen Art doch irgendwie ziemlich unschuldig auf der Suche nach der großen Liebe ist.
Nach und nach kommen die anderen drei Darstellerinnen hinzu, die sich zunächst aus dem Konkurrenzgedanken, wer als nächstes dran kommt nicht leiden können.
Eine rüstige Alte, die pünktlichst um 8 auf der Matte steht, weil sie am Vortag keinen Termin mehr bekam, die aber unbedingt zum Doktor rein möchte. Die Alte hat eine verrückte Liebe zu ihren Zimmerpflanzen, von denen sie auch einige in ihrem Blumenkastenrucksack mit sich trägt. Und will nicht nach Hause, weil dort ihr Roland auf dem Sofa sitzt – eigentlich ihr Liebhaber für Montags und Mittwochs. Dieser hat sich aber zu ihrem Entsetzen nun ganz bei ihr einquartiert und will nicht mehr gehen.
Die nächste Dame ist eine Mittzwanzigerin, die nach wochenlangen positiven Schwangerschaftstests total verzweifelt ist und ständig kotzt. Sie ist wohl das, was man als typisches Mauerblümchen bezeichnen würde.

Als letztes kommt hinzu: Der klassische Stereotyp einer arrogante Businesstussi, die in ihrer Heimat nicht gerne zum Gynäkologen geht, weil dort im Wartezimmer jede jede kennt und ihr das nicht behagt.

Es wurde viel gesungen und die Dialoge waren recht unterhaltsam.
»Was machen Sie so?« – »Ich mach in Strümpfe.« – (entsetzt)»Sie machen in Strümpfe??«
oder »Sind sie Model? Sie sehen so geleckt aus!« – »Tze! Na DAS wüsste ich aber…!«

Ein netter Abend und da man in dieses Theater die erworbenen Getränke mit in den Saal nehmen darf, weiß ich nun auch um die Herkunft des Ausdrucks »Schenkelklopfer«: Mit nem Hugo in der Hand klatscht es sich schlecht, also zumindest in die Hände.

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