17 Mädchen

Die Mutterschaft als Mittel zur Selbstbestimmung, als Zeichen des Aufstands, als Freiheitsbeweis. Die Idee ist gewagt aber nicht neu und nichtmal erdacht. Der Film 17 Mädchen (Original: 17 filles) basiert „auf einer wahren Begebenheit“ wie man so schön sagt. An einer französischen Schule wird eine Minderjährige…

Die Mutterschaft als Mittel zur Selbstbestimmung, als Zeichen des Aufstands, als Freiheitsbeweis. Die Idee ist gewagt aber nicht neu und nichtmal erdacht. Der Film 17 Mädchen (Original: 17 filles) basiert „auf einer wahren Begebenheit“ wie man so schön sagt.

An einer französischen Schule wird eine Minderjährige ungeplant schwanger. Weitere 15 Mädchen schließen sich ihr an und planen, ebenfalls schwanger zu werden. Was ihnen auch gelingt – Sehr zum Schock ihrer Eltern und Lehrer.

Provokantes Thema, provokanter Film und doch herrlich einfühlsam und geradezu freiheitsverherrlichend umgesetzt. Die Diskrepanz zwischen „können Kinder in diesem Alter so eine Entscheidung überhaupt treffen” und der Selbstbestimmung über den eigenen Körper wird in einer Lehrerkonferenz zwar nur angerissen, ist aber auch gesetzlich eindeutig geregelt: Niemand (auch nicht die Eltern) darf eine Frau zur Abtreibung zwingen, auch nicht wenn die Schwangere ein minderjähriges Mädchen ist. Und so setzen die Kids ihren Willen durch und träumen von einer gemeinsamen Hippie-WG.

Die Ernüchterung wird am Ende lediglich angedeutet und so dem Zuschauer selbst überlassen. Vielmehr bleibt ein Hauch von Poesie zurück.

Mit 17 bist Du nicht vernünftig. Du träumst. Und Du hast ’ne wahnsinns Energie. Niemand kann Dich aufhalten. Nichts auf der Welt hält ein Mädchen auf, das träumt.

 

Mir fast ein bisschen zu kitschig, denn wer denkt eigentlich an die Kinder bei der ganzen Rebellion.

5 thoughts on “17 Mädchen

  1. Um mal einen guten Freund zu zitieren: „Es gibt eh nie den richtigen Zeitpunkt, Kinder zu bekommen.“ Eine gute Freundin von mir hat ungeplant mit 20 ihren Sohn bekommen. Sie ist nur ein halbes Jahr jünger als ich. Der Sohn ist ein gaaanz toller geworden und hat dieses Jahr angefangen zu studieren. Das ist schon auch schön.

    Was mich an der Filmbeschreibung verdaddert hat: „auf einer wahren Begebenheit“. Das ist krass.

  2. Ich bin ein großer Freund von ben_’s Zitat da oben. Ich gehe soweit zu sagen, dass es fast nicht zu früh geht.

    Hätte ich es wie meine Eltern gemacht, dann wäre ich jetzt nicht Vater einer zweijährigen Tochter, sondern Opa eines dreijährigen.

    Haut mich jedes Mal um, wenn ich darüber nachdenke.

    (Hint: ich bin noch 3 Jahre weg von der 40. Viel Spaß beim rechnen :-))

  3. Hach, schön dass ihr das so seht! Ich bin da nämlich der selben Meinung, eine meiner besten Freundinnen ist ebenfalls mit 20 Mutter geworden und ich würde niemals behaupten, dass das zu früh war. Ganz im Gegenteil habe ich oft den Eindruck, dass gerade bei jungen Müttern oder Eltern alles viel natürlicher abläuft. Aber da ich selbst keine Kinder habe ist das ja immer leicht dahin gesagt. Umso besser, dass ihr erfahrenen Hasen dieser Meinung seid!
    Ich finde nur das Schließen eines „Paktes“ zur Schwangerschaft, um die eigene Freiheit herauszustellen vielleicht ein wenig zu eigennützig und in Gedanken viel zu wenig bei dem Menschen, der aus dieser Schwangerschaft ja nun wohl oder übel entsteht. Deswegen der letzte kritische Satz.

    @ben_ das mit der wahren Begebenheit: 2008 gab es an einer Schule in Massachuchets 18 Mädchen, die innerhalb eines Jahres schwanger geworden sind. Das Ganze ist unter dem Namen „Pregnancy Pact“ bekannt geworden und darauf baut der Film wohl auf.

  4. Hmm … jetzt, wo Du das sagst … ich hab just die Tage mit einer anderen Schulfreundin telefoniert. Die wollte immer sehr früh Mutter werden und hat das auch hinbekommen, nur wenige Jahre nach dem Abi. Die sagte aber genau das Gegenteil: Wenn sie damit noch etwas gewartet hätte, wäre sie vermutlich deutlich ruhiger und entspannter gewesen gerade mit dem ersten Kind. Es bleibt dabei: Es gibt halt doch keinen richtigen Zeitpunkt.

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