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Lesetreff

Die Idee eines regelmäßigen Lese- bzw. Vorlesetreffens mit Freunden schwirrt schon länger in meinem Kopf herum. Eigentlich schon seit Jacob, Aaron und ich einmal im Urlaub vor ein paar Jahren dazu übergegangen sind, statt jeder für sich selbst einfach ein Buch gemeinsam laut zu lesen. Das war irgendwie so schön und verbindend, dass ich seitdem die Idee im Kopf habe, das regelmäßig (z. B. wöchentlich) stattfinden zu lassen. John Irvings Hotel New Hampshire haben wir leider nie ganz durchgelesen, aber das lag nicht an der Sache an sich oder dass es etwa langweilig geworden wäre, sondern eher daran dass Leipzig so weit weg ist.

Nun haben wir es aber in Angriff genommen (oder besser gesagt Jacob hat meine Idee endlich mal zur Umsetzung gebracht), einen wöchentlichen (Vor)Lesetreff zu starten – quasi eine Art Live-Hörbuch. Heute war das erste Treffen bei Jacob und Jule und seitdem weiß ich auch wieder, warum ich das damals so toll fand: Es ist nämlich herrlich entspannend, so gemeinsam zu lesen und auch interessant, weil unterschiedliche Menschen auf Textstellen unterschiedlich reagieren. Und man kann sich austauschen und man kann vielleicht auch einfach nur zuhören oder lesen und fühlt sich aber in Gemeinschaft.

Außerdem ist die erste Überwindung des selber laut Vorlesens für mich immer wieder eine kleine Herausforderung, selbst wenn es nur vor zwei guten Freunden ist und da jegliche Nervosität natürlich völliger Quatsch ist. Und ich kann ja auch gut lesen. Aber dennoch: Kurzzeitig kriege ich Herzklopfen und feuchte Hände, alle Ohren sind auf mich gerichtet und in dieser abwartenden Stille erscheint mir die eigene Stimme plötzlich unangemessen laut oder nervös. Das legt sich dann nach ein paar Sätzen und ein paar tiefen Atemzügen relativ schnell, aber diese körperliche Reaktion auf die plötzliche Fokussiertheit auf mich alleine – dieser Adrenalinstoß überrascht mich immer wieder auf’s Neue. Bin ich schließlich sonst so gar nicht auf den Mund gefallen. Witzig!

Ein toller erster Treff, ich freue mich schon darauf, diese Idee zu einer regelmäßigen Institution gedeihen zu sehen. Vielleicht werden es auch noch mehr MitleserInnen mit der Zeit. Gelesen wird übrigens Unterwerfung von Houellebecq und wir haben heute im dreistündigen Treffen (bei dem wir auch noch gequatscht und gegessen haben) um die 90 Seiten geschafft. Hach das wird toll, ich werde weiter berichten.

3 Antworten auf „Lesetreff“

Da würde ich gerne mal mitmachen, wobei ich ja eher so typischen Frauenkram lese. Ich erinnere mich auch direkt an meine Schulzeit. Da musste ich immer vorlesen. IMMER! Weil niemand anderes wollte.

Juchu, das Interesse freut mich sehr. Jetzt ist ja erstmal Ostern und so, aber ich sage Dir nochmal Bescheid.

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