Keine schönen Aussichten

Oh Bielefeld! So sehr ich Dich auch liebe und heimatvernarrt bin, so sehr mag ich Dich auch manchmal nicht.

Möchtest Du doch so gerne als Großstadt wahrgenommen – vielmehr noch ernstgenommen – werden, gibst Dich aber zeitweise allzu provinziell. Besonders, wenn es um ein bisschen Leben in der Stadt geht. Sei es der Klosterplatz, der sukzessive und geplant durch das Bahnhofsviertel abgelöst wird, sei es das Kamp, das schließt oder sei es die schöne, neue Schöne Aussicht, die so schnell nun doch nicht öffnen wird. Vermutlich gar nicht.

Und immer wieder sind es Anwohner, die sich über Lärm beschweren. Teilweise (wie in letzterem Fall) sogar über potenziellen Lärm. Lärm, den ein Sandkasten im Garten eines Cafés machen könnte.

Ich fall vom Stuhl! Die fliegenden Bierflaschen vorm Kamp – ok, fair enough, wär mir auch zu laut vielleicht. Wobei ich dann halt einfach das Fenster und die Augen zumache und mich nicht bei der Stadt beschwere, dass es dort, wo ich wohne, zu laut ist.

Dann ziehe ich da halt nicht hin! Ich selbst wohne an der Rußheide… Man kann sich gar nicht vorstellen, wie laut das ist, wenn die Bulldogs spielen. Und das auf nem Sonntag-Nachmittag, wo ich eigentlich einfach nur meine Ruhe will. 

Äh ja nee. Dann wohn ich nicht inner Stadt, ihr Lieben! Dann zieh ich gefälligst aufs Land. Da kann man sich dann in aller Ruhe übers Vogelzwitschern beschweren, vielleicht werden die auch abgeschafft dann, die bösen lauten Piepmätze.

Boah. Geht nach Hause mit eurem Provinzdenken, ihr gepuderten Heinis aus dem Musikerviertel.

5 thoughts on “Keine schönen Aussichten

  1. Und stellt ein Schild auf!

    Das spaßige an der Geschichte mit der Schönen Aussicht: Wenn eine Gastronomie schließt und die lassen die Stühle draußen stehen und dann öffnet der Laden Jahre später wieder, dann hat die Außengastronomie Bestandsschutz. Kann also wieder aufmachen, wie vor 30 Jahren. Mit Außengastronomie. Mit Lärm. Und keiner kann was sagen. Wobei, der neureiche Pöbel kennt da sicherlich auch einen Anwalt und geht dagegen vor.

    Die dort wohnen sind es ja auch meist, die sich dann darüber beklagen, dass es keine guten gastronomischen Angebote gibt. Man ja immer mit dem dicken, lauten SUV so weit fahren muss.

    Also: Kinder abschaffen, die machen im Sandkasten und an Tischtennisplatten unglaublichen Lärm (wenn man das überhaupt oberhalb der Detmolder Straße sagen kann, die rund um die Uhr laut ist).

    1. Abschaffen! Überhaupt alles abschaffen!
      Das Problem ist tatsächlich, dass es die große Masse der Bewohner vermutlich genauso ärgert, wie uns – da darf man nicht alle über einen Kamm scheren. Bloß zählt die Masse nicht, wenn Gelder fließen. Da muss nur der eine „neureiche Pöbel“ (sehr schön gesagt) den richtigen Einfluss haben und schon werden Läden geschlossen. Ich weiß auch nicht, ob da nicht vielmehr Investoren hinterstecken, die da eben lieber ihr eigenes Ding machen würden. Kann ja keiner mehr nachvollziehen, leider, was da in Wahrheit abläuft.
      Schon traurig. Daher: Einfach alles abschaffen, da hat man dann was Eigenes.

  2. Krank. Ich war ja auch da, nachdem ich bei Stephan das Photo gesehen hatte und war ganz traurig und hab gerätselt, waurm das zu war … so ein Irssinn.

  3. Ja, so sind se die Städter. Zum Glück wohnen die alle in der Stadt und nicht bei uns auf’m Land. Hier beschwert sich keiner, wenn man mal zu laut ist. Wer auch? hört ja keiner.

    LG, Katrin

  4. Was ich mich immer Frage: Wo ist mein verdammtes Recht auf schönes Leben, an einem lebenswerten Ausflugsort. Es kann doch nicht sein, dass einzelne Leute der Mehrheit™ das Leben kaputtklagen. Und überhaupt… gegen Sandkästen klagen. Ja hackt‘s?

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