Hochbeetbau

Irgendwo muss das ganze Gemüse und Kraut ja auch hin, daher habe ich ein dreistufiges Beet für die Terrasse gekauft und zusätzlich dazu noch zwei Hochbeete vor der Terrasse geplant.

Materialliste

– 10× Terrassendiele druckimprägniert (27×142×3000mm), gesägt auf 16× 1200mm und 16× 600mm
– 2× Kantholz (40×45×3000mm), gesägt auf 8× 60mm
– 128 Schrauben (5,0×50)
– 2× Wühlmausgitter á 140×80cm
– 2× Teichfolie für die Seitenverkleidung innen á 60×380cm
– Füllung: Strauchschnitt, Äste, Wurzeln, Schafmist vom Nachbarn je 30cm hoch plus jeweils 120 Liter Komposterde und 120 Liter Pflanzerde/Gemüseerde

Das erste Beet steht, allerdings noch ohne Folienauskleidung und Füllung.

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Fleabag

Zynisch, vulgär und herrlich kaputt. So würde ich die Protagonistin der gleichnamigen Serie Fleabag (fantastisch gespielt und auch gedrehbucht von Phoebe Waller-Bridge) beschreiben. Klingt jetzt erstmal nach nichts, das man sich ansehen müsste. Dazu muss man aber erwähnen, dass Fleabag eine britische Serie ist und die sind ja schon per se sehenswert.

Ich hab sie verschlungen, vor allem vermutlich, weil allein der Plot schon so kaputt ist (Achtung, Mini-Spoiler der ersten/zweiten Folge): Fleabag verliert ihre beste und engste Freundin, weil die einen obskuren Plan fasst. Sie möchte, um ihrem Freund eins auszuwischen oder so ähnlich, einen Unfall faken und springt vor ein Auto. Dummerweise stirbt sie dabei. Alle irre.

Das macht dann auch, dass Fleabag irgendwie eine Art Trauerbewältigung startet und das tut sie eben auf ihre ganz eigene Art. Dabei guckt sie oft unvermittelt in die Kamera, um uns in ihr Seelenleben blicken zu lassen. Das ist jetzt nicht so ganz neu (House Of Cards), ist aber so großartig gespielt und umgesetzt, dass allein das schon die Serie zu was Besonderem macht. Und eben Fleabag selbst.

Everything Sucks

Noch so eine Mini-Serie, die ich einem Rutsch durchgesehen habe.

Mitten in den (amerikanischen) 90ern… Ein paar Nerds, niedliche Story und sympathische DarstellerInnen. Also ich mag das, vor allem aber den Soundtrack. Den hab ich auch direkt mal in eine Playlist gegossen, um damit trübe Tage aufzuheitern. Bittesehr, viel Spaß damit, ihr Kinder der 90er.

Tschüss, euer Cornflake-Girl.

Löcher im Zaun

Kettcar im Ringlokschuppen Bielefeld. Marcus Wiebusch ist kein sonderlich begnadeter Sänger. Live gesungen sind einige Töne sogar ziemlich grenzwertig. Aber Kettcar gehen nicht auf Tour, um den ersten Preis bei einem Gesangswettbewerb abzuräumen. Sie erzählen Geschichten, als hätte jede dieser Geschichten die Chance, die Welt Schritt für Schritt ein bisschen besser zu machen.

Es ist also nicht verwunderlich, dass das sonst ja schon aus Prinzip eher verhaltene Bielefelder Publikum* den lautesten Applaus für das wichtigste Statement des Abends gab…

„Mein Gott, was durften wir uns alles über den Song anhören, wie er nun gemeint ist und wie nicht“, leitet Marcus Wiebusch ein und dann weiter „Ich möchte heute hier noch einmal die Gelegenheit nutzen, um ganz genau klarzustellen, was wir sagen wollen mit dem Song! Wir möchten alle daran erinnern, von Nord nach Süd von Ost nach West, dass es ein zutiefst menschlicher Akt ist, anderen Menschen durch einen Zaun zu helfen!“

„Humanismus ist nicht verhandelbar!“

Es ist also noch nicht alles verloren, wenn sich an einem Abend wie heute alle ganz schön einig sind bei so wichtigen Themen.

Kettcar schaffen es seit Jahren, gegenwärtige Themen mit einer unfassbaren Leichtigkeit musikalisch zu skizzieren. Gesellschaftskritisch oder zwischenmenschlich motiviert, aber nie mit altbekannten Phrasen oder langweiliger Hollywood Romantik künstlich aufgefüllt. Offensichtliches Fingerpointing bleibt immer aus, alles wird in mikrokosmische Romane verpackt. So merkt man manchmal erst nach mehrfachem Hören, dass ein Song gar nicht ein Anti-Fußball-Song ist, sondern eine Abrechnung mit „den Spinnern von der AfD und Pegida und wie sie alle heißen“.

Manche sagen es wär einfach,
ich sage es ist schwer
Denn du bist Audrey Hepburn
und ich Balu der Bär

Der Kritik von Konzertgängern, dass die Übergänge zwischen den ernsten politischen Songs und den Liebessongs zu hart und unpassend seien, kann Marcus Wiebusch nur entgegnen „Wir sind eine Band! Mit vielen verschiedenen Themen! Und wir spielen so lange weiter, bis irgendwann keinem mehr der Unterschied zwischen den Politik-Songs und denen über Liebe auffällt!“.

Jeder liebt den, den er will
und der Rest bleibt still!

Und so singt er eben über den Bären Balu aus Wanne-Eickel und einige Zeit später gegen Homophobie im Fußball. Weil beides wichtig ist, die Liebe und das Große Ganze™.

Irgendwann ist irgendwie
ein anderes Wort für nie.

Bei der Suche nach den offiziellen Musikvideos hab ich dann noch ein historisches Video gefunden. Kettcar bei Anne Will, als Anne Will noch nicht Anne Will war, sondern bei den Tagesthemen.

Mach immer, was Dein Herz Dir sagt.

(ben hat es übrigens bereits ‏vor 15 Jahren gewusst)

* Das Publikum. In Bielefeld geht man nicht zu einem Konzert, um mitzutanzen, mitzusingen oder die Band anzufeuern und mit Applaus und guter Stimmung zu belohnen. Man hat ja immerhin schon die Karten bezahlt (und auch nicht allzu wenig), das muss dem Künstler doch reichen, also bewegen muss da ja wohl nicht auch noch sein. Man starrt angewurzelt Richtung Bühne und lässt sich erst gegen Ende der Zugabe mal zu einem etwas lauteren Applaus bewegen. Aber bloß nicht tosend, das lenkt nur ab! Auf den Ostwestfalen-unerfahrenen Künstler mag es so wirken, als hätte das Publikum keinen Spaß. Fragt man sich aber am nächsten Tag im Büro, wie denn das Konzert so war, bekommt man ein äußerst euphorisches „Joa. Gut!“ als Antwort. Und mehr kann man ja nun wirklich nicht von einem erwarten bei den Ticketpreisen. Ich muss dann immer an Bosse denken: „Die Band zieht sich aus für Dich und Du bewegst Dich nicht!“

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Irische Butter

Mein Vater war mal in einer Tierfutterherstellungsfabrik (<3 deutsche Sprache – eigentlich war es vermutlich eine „Tierkörperbeseitigungsanstalt“, aber das klingt nicht so nett) auf Montage und erzählte letztens, dass dort eines Abends LKW-weise Irische Butter angeliefert wurden. Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen. Und die abgelaufenen Pakete Butter kamen einfach so, inklusive ihrer Verpackung, zusammen mit den Tierkadavern in den riesigen Mixer und wurden zu Tiermehl verarbeitet. Wissta Bescheid!

Angewidert ab.

Veröffentlicht in Zwang

Perspektivwechsel

Immer wenn ich mit dem Zug über das Schildescher Viadukt fahre, bewundere ich die Schönheit dieser Landschaft – ein idyllisches Kleinod so kurz vor dem Hauptbahnhof.
Jetzt, da ich mit dem Hund des Öfteren durch ebendiese Landschaft schlendere, fällt mir auf, wie sehr die durchrauschenden Züge die Idylle stören.
Es ist eben alles eine Frage der Perspektive.

Éire

Zwei Wochen Irland mit meiner Lieblingsreisebegleiterin Charly. Wow! Und nass! Aber toll!

Irland… Das ist soviel mehr als Guinness und Pubs! Endlos grüne Weiten. Schafherden. Kühe. Enge Straßen. Natursteinbauten mit roten Türen. Traumhaft weiße Strände. Beeindruckende Steilküsten. Raue Atlantikküste. Regen, Wind und Wetter. Mystische Gebirgswelten. Ruinen, Burgen und Friedhöfe. Mehr Schafe. Wälder und Wiesen. Mehr Friedhöfe. Kleine Dörfer. Kirchen. Noch mehr Friedhöfe. Und zwischendurch auch Sonne.

Wer einen All-Inclusive-Strandurlaub mit Wettergarantie sucht, hat in Irland nichts verloren. Schönes, warmes Strandwetter gibt es zwar und die Traumstrände dazu auch, aber man muss wettertechnisch schon Glück haben. Hatten wir, zumindest die erste Woche, nicht. Eher ziemliches Pech, denn 12 Grad, Regen und Sturmböen laden nicht gerade zum gemütlichen Camping ein. Wir haben das Beste draus gemacht und haben dafür umso mehr gesehen. Einmal im Uhrzeigersinn umrundet haben wir die Insel, immer auf der Suche nach dem nächsten schönen Spot für die kommende Nacht. Eine tolle Zeit! <3

Der Luftballon

Das war wohl nicht nach deinem Sinn,
o weh, mein kleiner Hans!
Da fliegt dein Luftballon dahin
im Morgensonnenglanz.

Und alle Leute um und um,
sie stehn und sehn empor
und freun sich gar und lachen drum,
daß Hänschen ihn verlor.

Da geht er ab und segelt fort,
empor mit leichtem Flug
und sucht sich einen andern Ort –
die Welt ist groß genug.

In blaue Luft steigt er gemach,
und unerreichbar fern verstrahlt
er überm Kirchendach
als wie ein roter Stern.

Nach Süden segelt er geschwind,
zum fernen Afrika,
wo all die andern Menschen sind,
und bald ist er schon da.

Wie dann sich wohl die Menschen freun,
und alles tanzt und springt,
wenn übermorgen um halb neun
er dort heruntersinkt!

(Heinrich Seidel)