Von Wegen und Zielen

 

Als ich das letzte Mal einen Tag mit der kleinen Giraffe verbracht habe, wollte sie auf dem Rückweg vom Spielplatz unbedingt Straßenbahn fahren. Das „Problem“ war aber, dass wir quasi keine Station mehr näher in Richtung zuhause hätten fahren können und es war schon kurz vorm Mittagessen und ich wollte noch was einkaufen und und und. Also musste ich ihr das geschickt mit Argumenten ausreden. „Wir können jetzt nirgends hinfahren mit der Straßenbahn…“ – „Stassebah! Stassebah!“ – „Wir müssen jetzt mal nach Hause, wir haben ja auch gar keinen Fahrschein!“ – „Stassebah! Stassebah! Kauffe da!“ (zeigt auf den Fahrkarten-Automat – schlaues Kind). Irgendwie konnte ich sie dann doch noch überzeugen, aber es hat etwas gedauert.

Für heute hatte ich mir mit ihr vorgenommen: Straßenbahn fahren! Und gestern hatte ich auch noch überlegt, wo man denn so hinfahren könnte mit der Straßenbahn.

Heute morgen habe ich es dann endlich endlich verstanden: Nirgends! Hauptsache Straßenbahn fahren. In solchen Momenten fällt mir immer wieder auf, wieviel wir doch von Kindern lernen können. Der Weg ist das Ziel. Straßenbahn fahren um des Fahrens willen! Fahren um zu fahren. Wenn’s ums Rad geht, bin ich da schonmal (aber nur bei gutem Wetter) von selbst drauf gekommen – auf die Straßenbahn bezogen brauchte ich erst das schlaue Hirn einer Zweijährigen. Von Kindern können wir wirklich sehr viel lernen!

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  1. Hihi. In der Tat. Und ich hab gerade gelernt, dass man mit der Stadtbahn wo hinfahren kann, wo vor der Tür scheinbar nur Wald ist. Da muss ich wohl auchmal mit der kleinen Giraffe hin.

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